AUSGANGSSITUATION

Jeden Tag werden Menschen aus rechten Motiven heraus beleidigt, bedroht und ausgegrenzt. Immer wieder kommt es zu körperlichen Angriffen. Diese treffen besonders Menschen, denen im Alltag gleiche Rechte abgesprochen werden: wie z.B. Menschen ausländischer Herkunft oder alternative Jugendliche, aber auch Obdachlose, Behinderte und Homosexuelle.

Viele Betroffene leiden nicht nur unter dem körperlichen Schaden, der ihnen zugefügt wurde, sondern werden auch von Ängsten geplagt und fühlen sich aus dem Alltag gerissen.

Vielen Betroffenen ist das deutsche Rechtssystem, mit dem sie nach der Gewalttat konfrontiert sind, wenig oder gar nicht vertraut. Man ist z.B. mit der Polizei oder dem Gericht konfrontiert und muss Entscheidungen treffen. Die Dessauer Beratungsstelle will Ihnen helfen, sich in einer nicht alltäglichen Situation zurechtzufinden.

UNSERE ANGEBOTE

Erfahren wir von einem rechten Angriff, nehmen wir Kontakt zu den Betroffenen auf. Die Opferberatung hilft den Betroffen, die Folgen des Angriffs zu überwinden und entwickelt mit ihnen gemeinsam neue Perspektiven.

Wenn Sie Betroffene*r eines rechten Angriffs geworden sind, wenden Sie sich bitte an uns. Wir können uns an einem Ort Ihrer Wahl oder in unserem Büro in Dessau in der Parkstraße treffen. Dann überlegen wir gemeinsam, wie wir Sie unterstützen können.

Die Opferberatungsstelle arbeitet in der Doppelstadt Dessau-Roßlau sowie in den Landkreisen Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld.

Wir beraten kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym: Opfer rechter Gewalt und/oder Freund*innen, Angehörige und Zeug*innen. Die OBS bietet u.a. Krisenintervention, psychosoziale und traumapädagogische Beratung, Orientierungs- und Klärungshilfe, die Begleitung zu Institutionen der Rechtspflege, Polizei oder medizinischen Einrichtungen an. Weiterhin hilft die OBS bei der Beantragung von Entschädigungsleistungen und vermittelt gegebenenfalls zu Anwälten und/oder Therapeuten.

LEITBILD

Das Leitbild der Dessauer Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten für die Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg:

Werte

Rechte Gewalttaten sind nicht nur eine Gefahr für die Betroffenen, sondern stellen auch die Unantastbarkeit der Menschenwürde und damit einen Grundwert mit Verfassungsrang in Frage. Insbesondere kommt damit die Ablehnung einer offenen und heterogenen Gesellschaft zum Ausdruck und verstärkt entsprechende Stimmungen.

Die OBS macht sich für eine demokratische, menschenrechtsorientierte und von gegenseitigem Respekt getragene Gesellschaft stark. Die OBS engagiert sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Auftrag

Um die Betroffenen von rechten Gewalttaten bei der Bewältigung der materiellen und immateriellen Tatfolgen zu beraten, wurde die OBS vom Multikulturellen Zentrum Dessau-Roßlau e.V. gegründet. Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Sachsen-Anhalt Sachsen fördern die Arbeit der OBS.

Adressanten

Die OBS berät Betroffene nach einer rechten Gewalttat. Zu den Hauptbetroffenen rechter Gewalttaten gehören von Rassismus Betroffene und Anhänger*innen von nichtrechten beziehungsweise alternativen Jugendkulturen. Weiterhin sind politische Gegner*innen, Juden und Jüdinnen, Menschen mit einem Handicap, sozial Benachteiligte und Personen aufgrund ihrer sexuellen Identität von rechten Gewalttaten betroffen.

Ressourcen

Für die Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg stehen hauptamtliche und qualifizierte Berater*innen mit speziellem Wissen für die Beratung von Betroffenen von rechten Gewalttaten zur Verfügung. Die Beratung erfolgt kostenlos und wird sowohl vor Ort als auch in den Beratungsräumen der OBS angeboten.  Die Geh-Struktur überwiegt gegenüber die Komm-Struktur.

Angebote

Die OBS bietet u.a. Krisenintervention, psychosoziale und traumapädagogische Beratung, Orientierungs- und Klärungshilfe, die Begleitung zu Institutionen der Rechtspflege, Polizei oder medizinischen Einrichtungen an. Weiterhin hilft die OBS bei der Beantragung von Entschädigungsleistungen, vermittelt zu Anwält*innen oder zu Therapeut*innen.

Zudem setzt sich die OBS für eine Solidarisierung mit den von rechten Gewalttaten Betroffenen ein und stellt deren Perspektive in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Die Beratung ist gelungen, wenn die Klient*innen nach einer rechten Gewalttat ihre Handlungsfähigkeit erweitert haben.

Arbeitsgrundsätze und handlungsleitende Konzepte

Der zentrale Grundsatz der Arbeit mit Betroffenen rechter Gewalt ist die klient*innenzentrierte Perspektive, die sich an den Bedürfnissen und Rechten der Betroffenen orientiert. Für die OBS gelten folgende Arbeitsprinzipien: Niedrigschwelligkeit, Anonymität, Vertraulichkeit, Freiwilligkeit, Parteilichkeit, Unabhängigkeit, Lösungs-, Ressourcen- und Auftragsorientierung sowie Differenzsensibiltät und Intersektionalität.

Die Alltags- und Lebensweltorientierung sowie das Empowerment sind handlungsleitende Konzepte für das Agieren der OBS.

Qualitätssicherung

Die Arbeit der Berater*innen wird supervidiert. Die Berater*innen nehmen kontinuierlich an Weiterbildungen teil.