Warum eine Anzeige?

Opfer von rechten Gewalttaten sind oft der Meinung, dass eine Anzeige bei der Polizei keinen Sinn macht. Sie haben z.B. Angst davor, dass man ihnen nicht glaubt und die Gewalttat verdreht dargestellt wird.

Dennoch raten wir in den meisten Fällen dazu eine Anzeige zu machen.

Folgende Gründe sprechen für eine Strafanzeige:
Eine Anzeige zeigt den rechten Schlägern, dass sie nicht weiter unbehelligt mit Gewalt gegen andere vorgehen können und die Betroffenen sich nicht einschüchtern lassen.
Eine Anzeige kann dazu führen, dass die rechte Gewalttat nicht folgenlos bleibt und ein Gericht die Angreifer für ihre Tat bestraft.
Mit einer Anzeige wird die rechte Gewalttat öffentlich gemacht und kann Eingang in die Statistiken der Polizei finden.


Es kommt manchmal vor, dass die Angreifer die Opfer anzeigen und behaupten, diese hätten den Angriff provoziert. Ihre eigene Anzeige ist in solchen Fällen ein möglicher Schutz, weil die Polizei aufgrund Ihrer Anzeige ermitteln muss und damit der reale Ablauf der Tat aufgedeckt werden kann.

DIE ERSTATTUNG EINER ANZEIGE

Von jeder Person kann eine Anzeige bei jeder Polizeidienststelle gestellt werden. Eine Anzeige ist eine Mitteilung an die Polizei, dass nach Meinung der anzeigenden Person eine Straftat vorliegt.

Bevor Sie eine Anzeige stellen, lassen Sie sich die Ereignisse noch einmalig in Ruhe durch den Kopf gehen, damit Sie den Tatablauf genau wiedergeben können. Es kann auch hilfreich sein, nicht alleine zur Polizei zu gehen, sondern eine vertraute Person mitzunehmen.

Grundsätzlich gibt es keine Fristen für das Stellen einer Anzeige. Sie sollen jedoch möglichst zeitnah zur Tat eine Anzeige stellen. Zu beachten ist, dass bestimmte Straftaten nur aufgrund des ausdrücklichen Antrags des Geschädigten verfolgt werden (Strafantrag). Der Strafantrag sollte zusammen mit der Anzeige gestellt werden.

Nach dem Stellen einer Anzeige ist die Polizei zur Aufnahme von Ermittlungen verpflichtet.